2.1 Eine wunderschöne, weiße, intakte Zahnreihe! Ein durch Karies angegriffener Zahn benötigt zur Rehabilitierung eine Krone. Der Zahnarzt beschleift den Zahn und nimmt einen Abdruck. Im zahntechnischen Labor wird davon ein Modell des Zahnes aus Gips erstellt und nach funktionellen und ästhetischen Kriterien aus Edelmetall eine hülsenartige Krone angefertigt, die mit zahnfarbenem Kunststoff bzw. Keramik verblendet werden kann. Alternativ dazu kann im Seitenzahnbereich die Krone Vollmetall angefertigt werden. Nach Fertigstellung wird vom Zahnarzt die Krone auf dem beschliffenen Zahnstumpf festzementiert. 2.1.1 Einzelkrone Einzelkronen - Ästhetik und Perfektion auf kleinstem Raum - unverzichtbar in der modernen Zahnheilkunde. Kleine Kunstwerke ersetzen heute durch Karies oder Unfall zerstörte Zähne, korrigieren kleine Fehlstellungen oder Verfärbungen. Optimale Ästhetik bieten Keramikkronen, die dem natürlichen Vorbild an Perfektion erstaunlich nahe kommen. 2.1.2 Kunststoffverblendete Krone Auch diese Kronenart benötigt ein Metallgerüst. Die von außen sichtbaren Seiten erhalten eine Verblendung aus zahnfarbenem Kunststoff. Für die Kauflächen ist der Kunststoff zu empfindlich, deswegen bleibt dieser Bereich (zusammen mit den nicht sichtbaren Innenseiten der Krone) aus Metall. Gegenüber der metallkeramischen Krone muß in der Regel weniger Zahnsubstanz abgetragen werden, und die Gefahr des Abplatzens der Verblendung ist wesentlich geringer. Optischer Nachteil: Der fast natürliche Glanz einer metallkeramischen Krone kann bei einer Kunststoff-Krone nicht erwartet werden. Da sie preiswerter als die metallkeramische Krone ist, hat der Gesetzgeber sie als "Kassenleistung" bestimmt. 2.1.3 Metallkeramisch verblendete Krone Sie gilt heute als die meistverwendete Kronenart, weil sie sehr stabil ist und ein natürliches Aussehen besitzt, das dem der "Porzellankrone" nahe kommt. Bei einer Metallkeramikkrone wird zuerst ein Metallgerüst hergestellt, das später direkt auf dem Zahnstumpf aufliegt. Auf das Metallgerüst wird im Brennofen unter hohen Temperaturen die farblich abgestimmte Keramikmasse aufgetragen. Auch für eine metallkeramische Krone muß relativ viel Zahnsubstanz geopfert werden: Metallgerüst und Keramik brauchen Platz, um nicht zu "dick" zu werden. Weil das aufgebrannte Material sehr druckempfindlich ist, kann es trotz sorgfältiger Arbeit des Zahnarztes und seines Labors, selten zwar, passieren, daß die keramische Verblendung abplatzt. 2.1.4 Jacket- oder Vollkeramikkrone Diese ästhetisch anspruchsvollste Kronenart, manchmal auch "Porzellankrone" genannt, verlangt das stärkste Opfer an Zahnsubstanz: Der zu überkronende Zahn muss aus technischen Gründen bis auf einen kleinen Stumpf abgeschliffen werden. Darauf wird die vollständig aus Keramik gefertigte Krone aufgesetzt. Der Vorteil: Die Jacketkrone sieht dem natürlichen Zahn täuschend ähnlich. Keine andere Krone ist so schön wie diese! Aber die Schönheit hat neben dem Opfer an Zahnsubstanz noch einen zweiten Nachteil: Weil der Keramik eine innere Stütze aus Metall fehlt und das Material selbst hart und spröde ist, gilt: Vorsicht beim Kauen! Ein Bruchrisiko ist nicht ganz auszuschließen. Wenn aus Unachtsamkeit (Kirschkern! Nussknacken!) doch einmal zu kräftig zugebissen wird, kann die schöne Jacketkrone verloren gehen. Deshalb werden solche Kronen fast immer nur auf den Schneidezähnen verwendet, weil's da auf schönes Aussehen besonders ankommt. Neben den Kronen, die komplett aus einem Material bestehen, gibt es auch Mischvarianten, sogenannte "verblendete Kronen". 2.1.5 Vollgusskrone Sie wird meistens im Backenzahnbereich verwendet, dort, wo man normalerweise nicht mehr hinsehen kann. Eine Vollgusskrone besteht ganz aus einer Metall-Legierung, die hochgoldhaltig, geringer goldhaltig oder edelmetallfrei sein kann. Welche Legierung letztlich gewählt wird, ist auch eine Preisfrage. Allgemein werden eher hochgoldhaltige Legierungen verwendet, weil sie gut zu verarbeiten sind und - besonders bei empfindlichen Menschen wichtig - besser vom Körper vertragen werden. Aber auch alle anderen Legierungen sind geprüft und eine gute Alternative. Bei einer Vollgusskrone muß weniger gesunde Zahnsubstanz geopfert werden als bei den anderen Kronenarten, weil keine zahnfarbene Verblendung vorgesehen ist. Denn eine Verblendung erfordert Platz. Vollgusskronen eignen sich deswegen besonders gut im Backenzahnbereich, weil sie dem hohen Kaudruck standhalten. 2.1.6 Teilkrone Wenn ein Zahn noch nicht so weit zerstört ist, daß eine Krone den gesamten Zahnstumpf umschließen muß, wird eine Teilkrone verwendet. Wie ein übergroßes Inlay bedeckt sie meistens alle Zahnhöcker, oft ist auch eine Seitenwand des Zahnes einbezogen. Auch eine Teilkrone kann verblendet werden, der Herstellungsprozess ist der einer "normalen" Verblendkrone ähnlich. Vollkeramische Teilkronen sind auch herstellbar; der Herstellungsprozess ist vergleichbar mit dem bei der Jacket-Krone. 2.1.6 Stiftkrone Ist ein Zahn so weit zerstört, daß oberhalb des Zahnfleischrandes praktisch kein Zahnrest mehr vorhanden, die Zahnwurzel selbst aber noch gesund ist, rät der Zahnarzt meist zu einer Stiftkrone. Dabei wird in die Zahnwurzel - nach entsprechender Wurzelbehandlung - ein Stift (oder eine Schraube) eingesetzt, der dort, wo er aus der Zahnwurzel ragt, einen der natürlichen Zahnform vergleichbaren Metallaufbau trägt. Darauf kommt dann die Krone - verblendet oder nicht, ganz wie gewünscht. 2.3 Brücken Bei Teilverlust von Zähnen besteht die Möglichkeit, die so entstandene Lücke durch eine Brücke zu schließen. Der Zahntechniker fertigt ein Brückengerüst auf ein Gipsmodell. Dieses Gerüst besteht aus Kronen und Zwischengliedern, die teilweise oder voll mit Kunststoff bzw. Keramik verblendet werden. Nach dem Einzementieren der Brücke stellt eine, nach jahrzehntelangen Erfahrungen in der Zahnheilkunde, optimale und bewährte Langzeitversorgung dar. 2.3.1 Schwebebrücke Schwebebrücke hochgoldhaltig, eine hygienische Möglichkeit (hervorragend zu reinigen) Zahnlücken im Unterkiefer zu schließen. Diese Konstruktion besteht aus Edelmetall und hat keine zahnfarbene Verblendung. 2.3.2 Marylandbrücke Eine Möglichkeit, eine Zahnlücke zu schließen, ohne die gesunden Nachbarzähne stark zu beschleifen. Diese werden im nicht sichtbaren Bereich nur leicht angeschliffen und die Marylandbrücke ein geklebt. 2.3.3 Inlaybrücke Für die Verankerung werden die Nachbarzähne wie bei einer Füllung präpariert. Das Edelmetallgerüst wird keramisch- oder kunststoffverblendet. 2.4 Die Modellgußprothese Eine Modellgussprothese ist herausnehmbarer Zahnersatz, der mit Klammern an Zähnen im Mund befestigt wird. Der Zahnersatz besteht aus einem Metallgerüst und Kunststoffanteilen, den sogenannten Sätteln. Auf diesen Kunststoffanteilen sind die künstlichen Zähne befestigt. Die Verbindung der Kunststoffsättel erfolgt im Oberkiefer durch eine etwa 1,5 mm dicke Platte, die dem Gaumen eng anliegt. Die Ausdehnung dieser Platte richtet sich danach, wie viele Zähne durch die Prothese ersetzt werden müssen. Fehlen viele Zähne muß die Platte größer sein, werden nur sehr wenige Zähne ersetzt, kann die Platte kleiner gestaltet werden. Im Unterkiefer werden die Sättel durch einen Bügel unterhalb der Zunge verbunden. Dieser Bügel verläuft im Abstand von einigen Millimeter zu den Zähnen entlang des Zahnfleisches. Während Klammern dafür sorgen, daß die Prothese beim Kauen fest sitzt, sorgen kleine Häkchen, die sogenannten Auflagen dafür, daß beim Kauen Kaukraft auf die natürlichen Zähne übertragen wird. Dadurch wird der zahnlose Kiefer vor zu großem Kaudruck geschützt. Modellgußprothesen werden verwendet, wenn fest einzementierter Zahnersatz nicht möglich ist. Für eine sichere Befestigung der Prothese müssen allerdings noch genügend eigene Zähne vorhanden sein. Ist die Zahl von natürlichen Zähnen im Mund zu gering oder sind die noch vorhandenen eigenen Zähne ungünstig angeordnet, kann keine Modellgußprothese eingesetzt werden. Würde in solchen Situationen eine Modellgußprothese eingesetzt werden, könnten die noch bestehenden Zähne überlastet werden. Auch müssen die vorgesehenen Klammerzähne eine ausreichende Verankerung im Knochen besitzen, um nicht selbst geschädigt zu werden. Liegen die Voraussetzungen für die Eingliederung einer Modellgußprothese vor, dann ist sie eine kostengünstige und zugleich sehr effektive Form des Zahnersatzes. Zur Abstützung der Prothesen müssen nur kleine Auflagen an den natürlichen Zähnen eingeschliffen werden. Durch die Möglichkeit, den Zahnersatz herauszunehmen, kann dieser und das Restgebiß optimal gereinigt werden. Die Klammern, die benutzt werden um die Prothese zu befestigen, können unschön aussehen. Ein weiterer Nachteil ist, daß durch den Metallbügel am Gaumen oder den Unterzungenbügel die Sprachbildung etwas beeinträchtigt werden kann. Bei den allermeisten Menschen findet jedoch schon nach einigen Tagen eine Gewöhnung an diese neue Situation statt. Nach dem Eingliedern des Zahnersatzes kann es zu Druckstellen kommen, die Ihnen Schmerzen bereiten können. Durch einen Besuch bei Ihrem Zahnarzt und eine kleine Korrektur an der Prothese ist dieses Problem schnell behoben. Für den langfristigen Erfolg einer Modellgußprothese ist vor allem eine optimale Mundpflege erforderlich. Durch die Klammern kann es zu stärkerer Anlagerung von Mundbakterien an den Zähnen kommen, die durch sorgfältiges Zähneputzen entfernt werden müssen. Zähne die eine Klammer tragen, müssen besser geputzt werden als solche ohne Klammer! Untersuchungen haben gezeigt, daß bei guter Mundpflege Modellgußprothesen über viele Jahre funktionstüchtig bleiben. Da auch nach Einsetzen einer Prothese der Kieferschwund im zahnlosen Bereich weitergeht, muß eine Prothese vom Zahnarzt mindestens einmal jährlich nachkontrolliert werden. Sollte die Prothese nicht mehr richtig dem Kiefer anliegen, muß sie vom Zahnarzt unterfüttert werden. 2.4 Zahnprothesen Fehlen einige Zähne und es ist mit einem weiteren Zahnverlust zu rechnen, bietet sich die partielle Kunststoff-Prothese als Übergangslösung an. Bei diesem herausnehmbaren Zahnersatz besteht die Basis aus einem zahnfleischfarbigen Kunststoff hergestellt, befestigt sind. Der Halt der Prothese erfolgt über gebogene Klammern aus Stahl oder Golddraht an noch vorhandenen Zähnen. Ein Vorteil dieses Zahnersatzes besteht in der kostengünstigen Anpassungs- und Erweiterungsfähigkeit. Fehlen alle Zähne, dann bietet sich die Anfertigung von Vollprothesen für den Ober- und Unterkiefer an. Als Material stehen bewährte zahnfleischfarbene Kunststoffe und natürliche aussehende Zähne aus Kunststoff oder Porzellan zur Verfügung. Ihre ästhetische Wirkung in Form und Farbe werden bei der Anprobe der Prothese kontrolliert. Bewährte Möglichkeiten zur Erhöhung der Stabilität einer Vollprothese sind: eine Metallbasis oder in den Kiefer eingesetzte Implantate. 2.4.1 Vollprothese mit Metallbasis Zur Verstärkung wird eine Metallbasis in die Prothese integriert. Vorteile und Eigenschaften: -Erhöhung der Bruchsicherheit -Steigerung von Stabilität und Tragekomfort 2.4.2 Vollprothese aus Spezial-Kunststoff Die weichbleibende Prothesenbasis ist besonders für den empfindlichen Patienten eine gute Lösung. Vorteile und Eigenschaften: -Hoher Tragekomfort - nur zu empfehlen mit einer Metallverstärkung 2.4.1Vollprothese mit Implantat-Verankerung Implantate in Verbindung mit Stegen oder Teleskopen können Vollprothesen in ihrem Sitz sicher verankern. Ein hoher Tragekomfort sowie aus ästhetisch, funktioneller Sicht eine optimale Lösung. Vorteile und Eigenschaften: -Höchster Tragekomfort -Optimierte Kauleistung -Sicheres Tragen der Prothese -Sicheres Kaugefühl -Prothese kann erneuert werden, ohne die Implantate neu zu fertigen Nachteile -Kostenaufwendige Lösung -Langzeiterfahrungen nicht bei jeder Kiefersituation geeignet -Vollprothese nach persönlichen Messwerten Vorbereitungen Um eine störungsfreie Kaufunktion und einen hohen Tragekomfort zu erzielen, wird der Kiefer zusätzlich zum Abdruck exakt vermessen. Die Werte werden im Artikulator eingestellt, der die Kaufunktion simuliert. 2.5 Implantologie Fehlen für eine festsitzende Brücke ausreichende Verankerungszähne, können in dem teil- bzw. unbezahnten Kieferkamm nach gründlicher Untersuchung durch den Zahnarzt bzw. Zahnchirurgen als Stützpfeiler sogenannte Implantate in den Kieferknochen eingesetzt werden. Das Material, aus dem Implantate gefertigt sind, besteht aus Keramik oder Titan, die sich als Werkstoffe durch beste Biokompatibilität ausgezeichnet haben. Die so eingefügten Stützpfeiler ermöglichen eine funktionelle, ästhetische, fest einsetzbare Brückenkonstruktion. 2.5.1 Der Einzelzahnersatz Ob Zahnerkrankungen oder Unfall zum Verlust eines Zahnes geführt haben, die entstandene Lücke stört - gerade im Frontbereich - Ästhetik und Wohlbefinden. Die Alternative zu einer Brücke ist das Einzelzahnimplantat. Dieser Zahnwurzelersatz ist eine elegante Möglichkeit, die Lücke kosmetisch einwandfrei zu schließen. Das Gefühl des "eigenen" Zahns bleibt erhalten. Die Rückbildung des Kieferknochens wird verhindert, die Substanz der Nachbarzähne geschont. 2.5.2 Große Zahnlücken Fehlen mehr als zwei benachbarte Zähne, können diese Lücken durch mehrgliedrige Brücken geschlossen werden. Als Brückenpfeiler müssen gesunde Zähne beschliffen werden, um die Verankerung sicherzustellen. Auch hier sind Implantate eine Alternative: Entweder wird mit ihnen die Lücke geschlossen, oder sie bilden zusätzliche Pfeiler, die die Brücke tragen. Herausnehmbarer Zahnersatz wird vermieden. 2.5.3 Verkürzte Zahnreihe Fehlen in einem Kiefer die Backenzähne, kann konventionell die Kaufunktion nur durch einen herausnehmbaren Zahnersatz, eine Teilprothese, wiederhergestellt werden. Implantate erlauben bei diesen sogenannten Freiendsituationen einen festsitzenden Zahnersatz. Sie verhindern zudem das Abkippen der natürlichen Zähne in die Zahnlücke und die Rückbildung des Kieferknochens. 2.5.4 Zahnloser Kiefer Besonders bei im Unterkiefer zahnlosen Patienten wird durch die Verankerung der Prothese im vorderen Kieferbereich an einem implantatgestützten Steg ein besserer Sitz des Zahnersatzes gewährleistet. 2.6 Kombinierte Prothesen Diese Technologie wird vor allem da eingesetzt, wo noch ein Restbestand von eigenen Zähnen vorhanden ist, jedoch der behandelnde Zahnarzt keine Möglichkeit sieht, einen fest einzuzementierenden Zahnersatz (Brücke) einzugliedern. Um trotz allem dem Patienten eine optimale Rehabilitation und Langzeitversorgung zu gewährleisten, besteht die Möglichkeit einer prothetischen Teilversorgung z. B. mit Geschieben, Riegel, Konus oder Teleskopkronen. Diese Instrumente gewährleisten für den herausnehmbaren Ersatz in Verbindung mit Metallbrücken/Kronen eine optimale Funktion und Haftung durch Führen, Einrasten oder Verriegeln. Bei Konus- und Teleskopkronen werden die Restzähne mit Innen- und Außenkronen versorgt. Die Außenkronen werden mit dem herausnehmbaren Teilersatz verbunden, so dass beim Einsetzen bzw. beim Einführen der Prothese die Außenkronen auf die Unterkonen gesetzt werden und durch Reibwiederstand eine Haftung des Zahnersatzes erreicht wird. Diese Art prothetischer Rehabilitation bilden eine sinnvolle Verbindung von Kronen und festsitzenden Brücken mit herausnehmbaren Zahnersatz. Es bietet dem Patienten eine hygienische, saubere, sichere, ästhetische Versorgung. 2.6.1 Riegel- und Teleskopkronen Riegel- und Teleskoparbeiten zählen zu festsitzendem Zahnersatz, sind von höchster zahntechnischer Präzision und meistens aus Edelmetall gefertigt. Sie können jedoch zum Reinigen leicht herausgenommen werden. 2.6.2 Konuskornen Konuskronen sind Doppelkornen, die in Verbindung mit herausnehmbaren Zahnersatz eine unkomplizierte, ästhetisch einwandfreie, langlebige, prothetische Versorgung darstellen. Die Halte-bzw. Haftelemente der Doppelkronen mit ihrer zentralen Abstützung ermöglichen eine ideale Verbindung. Diese Versorgung kann durch seine Konstruktion optimal gereinigt werden. Zahnersatz in Verbindung mit Konuskronen kann auch noch auf Zahnstümpfen geplant werden, für die ein festzuzementierender Brückenersatz ein zu großes Risiko wäre. 2.6.3 Geschiebe Kombinierter Zahnersatz besteht aus fest im Munde einzementierten Kronen oder Brücken und einem herausnehmbaren Zahnersatz. Um einen guten Halt des herausnehmbaren Zahnersatz im Munde zu gewährleisten, werden an festsitzenden Kronen oder Brücken sowie an der Prothese Halteelemente angebaracht. Diese Halteelemente werden als "Geschiebe, Druckknöpfe oder Stege" bezeichnet. Um den guten ästhetischen Eindruck zu erhalten, werden die Halteelemente durch den herausnehmbaren Zahnersatz bietet eine hohen Tragekomfort sowie eine hohen ästhetischen Stellenwert. 1 Halteelement (Geschiebe) als Kombination: die Haltekraft erfolgt zwischen Kunststoff und Metall 2 Halteelement (Geschiebe) Kombination zwischen Druckknopf und Geschiebe 3 Einfache Druckknopfverbindung. Der Druckknopf ist leicht austauschbar. 4 Halteelement (Geschiebe) ebenfalls eine Kombination zwischen Geschiebe und Druckknopf gegenüber Bild 2 größere Führungsfläche 5 Halteelement (Geschiebe) fein einstellbar Haltekraft gewährleistet hohen Tragekomfort. Auch nach Jahren problemlos durch ihren Zahnarzt austausch- und neu einstellbar 2.7 Inlays, Onlays Ein Zahn zeigt eine dunkle Verfärbung oder eine ertastbare Teilzerstörung (Karies). Der Zahnarzt schleift die zerstörten Zahnanteile ab. Unter Einsatz von Almagam, einer stopffähigen Silberlegierung oder Füllungsmaterialien aus Kunststoff wird der Defekt am Zahn behoben. Zum Verschluss eines Zahndefektes kann auch aus einer Gold-Platin-Legierung oder aus Keramik ein Inlay (einflächige Füllung) oder Onlay (mehrflächige Füllung) mit einer hohen Lebenserwartung angefertigt werden. Diese Inlays und Onlays werden ebenfalls über Modelliertechniken, Gruß- und Galvanoverfahren hergestellt und können auch in Verbindung mit Kunststoff oder Keramik zahnfarben verblendet werden. Füllungen, Inlays und Onlays sind bewährte zahnerhaltende Maßnahmen verbunden mit einer hohen Zahnkosmetik. 2.6.1 Kieferorthopädie - Was macht sie, was will sie, was kann sie? Kieferorthopädie (Abkürzung: KFO) ist "die Lehre der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Dysgnathien". Unter Dysgnathien versteht man eine Zusammenfassung von Fehlentwicklungen des Kiefers, der Zähne oder des Kausystems. Das Ziel der Kieferorthopädie ist es also, Fehlentwicklungen des Kauorgans entweder zu verhindern oder - falls notwendig - zu behandeln und dadurch zu beheben. Die riesige Vielfalt an verschiedenen Zahn- und Kieferfehlstellungen erfordert einen Behandler, der auf diesem Gebiet viel Erfahrung und Wissen mitbringt. Aus diesem Grund muß ein fertiger Zahnarzt nach dem Studium noch eine dreijährige Weiterbildung durchführen, bevor er sich "Kieferorthopäde" nennen darf. In diesen drei Jahren lernt er, die verschiedenen Fehlentwicklungen zu erkennen und dementsprechende Behandlungen einzuleiten. Die Weiterbildung muß der Zahnarzt mindestens 1 Jahr an Universitätskliniken, den Rest bei erfahrenen Kieferorthopäden die weiterbildungsberechtigt sind absolvieren. Nach Ablauf dieser drei Jahre muß der angehende Kieferorthopäde sein Fachwissen in einer Prüfung testen lassen. Erst nach bestandener Prüfung darf sich ein Zahnarzt "Kieferorthopäde" nennen - diese Gebietsbezeichnung ist geschützt. Gründe für eine kieferorthopädische Behandlung Es gibt mehrere Gründe, warum man schiefstehende Zähne oder Fehlentwicklungen des Kiefers korrigieren lassen sollte. Der wichtigste Grund ist sicherlich die: -Prophylaxe -gestörter Zusammenbiß Optimale Funktion des Kauorgans Eine falsche Zahnstellung und die falsche Lage der Kiefer zueinander können nicht nur die Funktion des Kauorgans beeinträchtigen. Fehlstellungen können der Auslöser für viele unterschiedliche Krankheitsbilder sein: -Schmerzhafte Verspannungen -Schäden an den Kiefergelenken -Schmerzen in der Nackengegend -Verdauungsstörungen -Ohrgeräusche Ästhetik Für die meisten Patienten ist die Ästhetik der Hauptfaktor für eine kieferorthopädische Behandlung. In unserer Gesellschaft wird das Gebiss als Spiegel der Wertigkeit angesehen. Während schöne, gepflegte und gerade Zähne Status für Erfolg, Schönheit und Jugend bedeuten, bewirken schiefe, gelbe und ungepflegte Zähne das Gegenteil. Nun ist nicht jeder Mensch mit schiefen Zähnen ein häßlicher alter Verlierer, doch spielen die Zähne bereits beim ersten Eindruck eine sehr große Rolle - und dieser Trend hat in den letzten Jahren noch erheblich zugenommen. Nicht zuletzt hängen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein auch von den Zähnen ab - wer lacht schon gerne hinter vorgehaltener Hand? Patienten, die sich aus eigenen Stücken beim Kieferorthopäden vorstellen, machen dies sehr häufig aus einem ästhetischen Anspruch heraus. Oft kann ihnen hier geholfen werden; manchmal steht der ästhetische Nutzen jedoch in keinem Verhältnis zum Aufwand (zeitlich und finanziell), so daß der verantwortungsvolle Behandler entscheiden muß, ob ein Patient bei einem Zahnarzt für ästhetische Zahnheilkunde nicht besser aufgehoben wäre. Ziele der Kieferorthopädie Die Ziele, welcher sich die moderne Kieferorthopädie widmet, können folgendermaßen formuliert werden: Das Ziel der Kieferorthopädie ist die Erreichung eines funktionellen und ästhetischen Optimums. Dieses Optimum sieht für jeden Menschen anders aus, hängt es doch u.a. von Zahngröße, -form, sowie Kiefer- und Gesichtsentwicklung ab. Aus diesem Grund muß jeder Patient nach einem eigens für ihn hergestellten Behandlungsplan behandelt werden. Aus diesem Grund müssen die dafür benötigten Apparaturen für jeden Patienten individuell angefertigt werden. Aus diesem Grund zählt die kieferorthopädische Behandlung auch nicht gerade zu den billigsten "Vergnügen". Die Einhaltung dieser Ziele bringt den Behandler manchmal in Bedrängnis, wenn z.B. das ästhetische Optimum nicht mit dem funktionellen Optimum identisch ist. Während der Patient - verständlicherweise - die Ästhetik als oberstes Ziel sieht, ist für den Kieferorthopäden das perfekt funktionierende Kauorgan das wichtigste Ergebnis, auf das er hinarbeiten muß. Hier bedarf es Verständnis und Einfühlungsvermögen, um den Patienten von dieses Zielen zu überzeugen. Was kann die Kieferorthopädie? Die moderne Kieferorthopädie ist heute in der Lage, auch schwierigste Fehlstellungen oder -entwicklungen zu korrigieren oder zu beseitigen, zum Teil mit Hilfe der Kieferchirurgie. Dank ständiger Weiterentwicklungen von Techniken und Materialen ist die Behandlung in letzter Zeit immer angenehmer für den Patienten, und die Ergebnisse immer perfekter geworden. Wurde noch vor 15 Jahren jeder Zahn mit Metallbändern versehen, arbeitet die heutige Kieferorthopädie mit zahnfarbenen Brackets aus Keramik oder Kunststoff - ein unschlagbarer ästhetischer Vorteil, insbesondere für erwachsene Patienten. Neben den oben gezeigten Kunststoffbrackets, besteht auch die Möglichkeit, Brackets auf den Innenflächen der Zähne anzubringen und so eine vollkommen unsichtbare Korrektur durchzuführen. 2.6.1 Prophylaxe Eng und schiefstehende Zähne stören den Patienten nicht nur in der Ästhetik. Engstehende Zähne erschweren die Reinigung des Mundraumes und sorgen damit für vermehrte Kariesgefahr. Die Zahnbürste kann oft nicht in die engen Nischen vordringen. Die Folge sind Plaqueansammlungen und später Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats. 2.6.2 Gestörter Zusammenbiß Ein gestörter Zusammenbiß beeinträchtigt die Kaufunktion. Neben primären Problemen wie z.B. Probleme beim Abbeißen oder Kauen, kann eine gestörte Okklusion (=Zusammenbiß) im Laufe der Zeit Schmerzen und schließlich Schäden im Kiefergelenk hervorrufen. Außerdem wird in vielen Fällen eine Fehlbelastung einzelner Zähne durch Vor- oder Frühkontakte beobachtet. Mit der Zeit können diese Überbelastungen Schäden an den betroffenen Zähnen oder am Zahnhalteapparat hervorrufen. 2.6.3 Schmerzen und Verspannungen Schmerzen und Verspannungen in der Nackengegend können ebenfalls von Fehlfunktionen des Kiefergelenks kommen! Die Gesichts- und Kaumuskulatur bildet zusammen mit der Zungenbeinmuskulatur und den Nackenmuskeln ein kompliziertes, zusammenhängendes System. Störungen in einer Komponente - wie z.B. in den Kaumuskeln - werden immer das gesamte System beeinflussen. Viele Patienten gehen zu einem Orthopäden, weil sie ständig Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule verspüren. Erst eine genaue Untersuchung bringt dann den wahren Übeltäter ans Licht: Das Kiefergelenk. 2.6.4 Schäden an den Kiefergelenken Schäden an den Kiefergelenken können entstehen, wenn falsche Zahnstellung in zusammen mit falscher Lage der Kiefer zueinander auftreten. Durch die falsche Stellung der Gelenkköpfchen, den sog. "Kondylen", wird das Kiefergelenk fehlbelastet - dies gilt insbesondere bei gleichzeitig vorhandenen Parafunktionen ("Para" = "Vorbei" - also Funktionen, die an der normalen Bewegung "vorbeilaufen" wie z.B. Knirschen oder Pressen). Häufig sind Fehlbelastungen des Kiefergelenks mit Knack- oder Reibgeräuschen verbunden. Diese Geräusche werden von einer kleinen Knorpelscheibe, dem sog. Diskus verursacht. Während Knackgeräusche oft auf eine Verlagerung dieses Diskus schließen lassen, können Reibgeräusche schon erste Anzeichen für einen beginnenden Verfall des Kiefergelenks sein. 2.6.5 Schmerzen und Verspannungen Schmerzen und Verspannungen in der Nackengegend können ebenfalls von Fehlfunktionen des Kiefergelenks kommen! Die Gesichts- und Kaumuskulatur bildet zusammen mit der Zungenbeinmuskulatur und den Nackenmuskeln ein kompliziertes, zusammenhängendes System. Störungen in einer Komponente - wie z.B. in den Kaumuskeln - werden immer das gesamte System beeinflussen. Viele Patienten gehen zu einem Orthopäden, weil sie ständig Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule verspüren. Erst eine genaue Untersuchung bringt dann den wahren Übeltäter ans Licht: Das Kiefergelenk. 2.6.6 Verdauungsstörungen Klingt vielleicht zunächst unsinnig, ist aber bei näherem Hinsehen durchaus logisch: Schlecht gekaute Nahrung kann schlechter verdaut werden. 2.6.7 Ohrgeräusche Sie können durch Fehlbelastungen im Kiefergelenk hervorgerufen werden. Ursache ist die enge anatomische Beziehung des Kiefergelenks mit Strukturen, welche zum Mittel- und Innenohr ziehen. Gerade Patienten mit ausgesprochenen Parafunktionen klagen häufiger auch über Ohrgeräusche, Hörstörungen oder Schwindelgefühl. Das Kiefergelenk kann eine Ursache hierfür sein. 3.1 Pflege Tipps - Auch die dritten brauchen Pflege Ein künstlicher Zahn aus Gold und Keramik kann nicht faulen. Das stimmt. Wer aber glaubt, deshalb auf das Zähneputzen verzichten zu können, irrt. Einerseits müssen die verbliebenen natürlichen Zähne besonders sorgfältig gepflegt werden, damit sie möglichst lange erhalten bleiben. Andererseits verlangt auch die Prothese eine tägliche Reinigung, da sich auch hier Zahnbelag ablagert, der zu Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen führen kann. Besondere Aufmerksamkeit sollte man den Übergängen und Nischen zwischen den natürlichen und den künstlichen Zähnen schenken, denn vor allem dort sammeln sich Speisereste und Zahnbelag an. Mundgeruch, Karies und Parodontose sind bei nachlässiger Pflege vorprogrammiert. Das Zähneputzen nach den Mahlzeiten sollte für alle eine Selbstverständlichkeit sein. Träger von festsitzendem Zahnersatz putzen dabei automatisch alle ihre Zähne - die künstlichen Brücken oder Kronen ebenso wie die benachbarten natürlichen Zähne. Besonders intensiv sollte man sich dabei den besagten Übergängen widmen. Auch herausnehmbarer Zahnersatz sollte möglichst nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden. Am besten hantiert man über einem Waschbecken, das mit Wasser gefüllt oder mit einem Waschlappen ausgelegt ist. Denn wenn die Prothese aus der Hand rutscht, könnte sie im leeren Becken leicht zerbrechen. Um die Keimbesiedlung restlos zu beseitigen, sollte man dem Zahnersatz einmal täglich ein Bad in einem Prothesen-Reiniger gönnen. Vor dem Einsetzen in den Mund muß das Reinigungsmittel gut von der Prothese abgespült werden. Hin und wieder sollten auch die zahnlosen Stellen des Kiefers massiert werden. Leichtes Bürsten fördert die Durchblutung und damit die Erhaltung des Kiefers. Beim regelmäßigen Zahnarztbesuch - zweimal im Jahr - wird der Sitz und die Funktionsfähigkeit der Prothese überprüft. Karies und Parodontose können frühzeitig erkannt werden. So kann die Lebensdauer der zweiten und dritten Zähne verlängert werden. mit einem Faden (Zahnseide) reinigt man diejenigen Stellen am Zahn, die eine Zahnbürste nicht erreicht. Ein Zahnhölzchen kann diesen Zweck auch erfüllen. mit etwas Übung und Gefühl ist dann der Zahn ganz sauber. Verbindungsteile bei einem kombinierten Zahnersatz lassen sich sehr schön mit einem speziellen Bürstchen reinigen, das man in der Apotheke oder Drogerie bekommt.